Probenbesuch „La Bohème“

In den BNN vom 20.3.2025 erschien folgender Artikel:
Liebe und Leid im dystopischen Paris

Probenbesuch in Ettlingen:
Intendantin Solvejg Bauer verlegt die Oper „La Bohème“ in düstere Zukunft.
Irgendwann fiel dem Opernkomponisten Giacomo Puccini ein Buch mit dem Titel „Scènes de la Vie de Bohème“ in die Hand – und begeisterte ihn. „In dem Buch war alles, was ich suchte und liebe: die Frische, die Jugend, die Leidenschaft, die Fröhlichkeit, die schweigend vergossenen Tränen, die Liebe mit ihren Freuden und Leiden. Das ist Menschlichkeit, das ist Empfindung, das ist Herz. Sofort sagte ich mir: Das ist der ideale Stoff für eine Oper“, lautet ein überliefertes Zitat.
Das war die Geburtsstunde seiner Oper „La Bohème“, die 1896 uraufgeführt wurde.
„Absolut, das deckt sich vollkommen mit meiner Intention. ,La Bohème‘ ist ein ideales Stück für uns, weil es jugendliche Kraft ausstrahlt“, sagt Solvejg Bauer, Intendantin der Schlossfestspiele Ettlingen. Sie inszeniert die Oper für die neue Spielzeit.
Eine opulente Aufführung soll es werden, mit einem internationalen Ensemble von Sängerinnen und Sängern, die aus 200 Bewerbungen ausgesucht wurden. „La Bohème sieht man oft mit 50-jährigen Opernsängern, denen man die Karriere und Zeit ansieht und anhört. Wir haben mit der Talentschmiede immer sehr junge Sängerinnen und Sänger und wir können mit dieser Kraft auch arbeiten“, meint Bauer. Dazu kommen das Kammerorchester der Schlossfestspiele, der Kinderchor und der Bürgerchor. Für den sei die Puccini-Oper Königsklasse: „Die haben ganz viele schwierige Einsätze. Wir sind jetzt angekommen im großen italienischen Opernfach.“ Etwa 100 Menschen sind an der Aufführung beteiligt, auf der Bühne und hinter den Kulissen.
Noch steht aber die große Bühne im Schlosshof nicht zur Verfügung, geprobt wird dieser Tage im Kasino. Die Kulisse ist karg – das einzig Spektakuläre sind zwei rote Fässer aus Metall. Es herrscht konzentrierte Arbeitsatmosphäre. Am Pult steht der junge Dirigent Johannes Bettac, der zum ersten Mal in Ettlingen arbeitet. Er ist Absolvent der renommierten Dirigierklasse von Nicolás Pasquet an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid und hat bei zahlreichen Wettbewerben Preise gewonnen. Zusammen mit ihm geht die Intendantin einzelne Szenen durch, macht detaillierte Vorschläge und korrigiert: „Kannst du ein bisschen später diese ‚Ola‘ machen, sodass eine Pause entsteht?“ Und schon ändert sich die Anmutung einer Szene.
Worum geht es gerade? Der junge Dichter Rudolfo und seine Freunde träumen von Freiheit, Unabhängigkeit und Kunst und zahlen dafür einen hohen Preis: Sie leben in kalten Dachkammern und Armut. Da tritt die engelsgleiche Nachbarin Mimi in Rudolfos Leben. Zwischen den beiden entspinnt sich eine Liebesgeschichte, und es scheint bergauf zu gehen. Doch Mimi ist todkrank. „Ein jugendlicher Körper ist dem Tod geweiht“, erläutert Solvejg Bauer. „Was macht das mit denen, die überleben? Was macht das auch mit dieser jungen Frau, die so früh und eigentlich auch mit ganzem Lebensmut und Lebenswillen scheitern muss und das auch über lange Zeit weiß?“
Spielt Puccinis Oper im Paris des 19. Jahrhunderts, hat Bauers Inszenierung die Handlung in ein dystopisches Paris der Zukunft verlegt, „wenn alle Ressourcen versiegt sind und wir kollektive Armut sehen“. Das findet seinen Ausdruck auch im Bühnenbild: „Wir sehen ein versunkenes Paris. Der Eiffelturm ist verrostet und umgekippt. Es ist eine Welt, in der die Menschen, die sich nicht anpassen wollen, die Künstler, die Bohème, nichts mehr haben“, erklärt Bauer. Das Wasser sei knapp, die Luft verpestet. „Und in dieser Welt versuchen die jungen Menschen trotzdem, Spaß zu haben und zu leben und zu lieben, und das geht gehörig schief.“
Bühnenbildner Christian Held zeigt das Modell an seinem Laptop. Für ihn lag die Herausforderung darin, einen Eiffelturm zu bauen, der als solcher erkennbar ist. „Darum habe ich geschaut, was die prägnanten Zeichen sind. Da sind zum einen diese Bögen, zum anderen diese Turmspitze. Dann kam die Überlegung: Wie sieht eine abgebrochene Turmspitze aus, die aus 300 Metern Höhe auf den Boden kracht?“ Es sei nicht ganz einfach, dieses „Kaputte“ zu zeichnen und herzustellen. „Die Teile dürfen außerdem nicht zu schwer sein, und sie müssen bekletterbar sein“, so Held. Der Realitätscheck beginnt Ende Mai mit den Proben auf der großen Bühne.

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Talk mit der Intendantin am 26.2.2025

Der „Talk mit der Intendantin“ fand am Mittwoch, 26.Februar 2025 um 17:30 im Rittersaal des Ettlinger Schlosses statt. Rund 100 Mitglieder nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die künstlerischen und organisatorischen Aspekte der Schlossfestspiele zu informieren. Wir erhielten bei dieser exklusiven Veranstaltung  spannende Einblicke hinter die Kulissen der bevorstehenden Festspiele. Auf ihre unterhaltsame, lebendige Art erzählte Frau Solvejg Bauer vom Casting der BühnenkünstlerInnen, von den bisherigen Proben, vom geplanten Einsatz des Bürger- und Kinderchors, von der Gestaltung der Bühnenbilder, der Regiearbeit – alles hörte sich aufregend an! Das Beitragsbild zeigt ein Modell des Bühnenbilds zu La Bohème.
Als Highlight wurde das Publikum mit den musikalischen Darbietungen zweier herausragender Sängerinnen des Ensembles verwöhnt.

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Sein oder Nichtsein – was das Publikum sagt

Aus den BNN vom 13.7.2024
Nazis werden lächerlich gemacht
Der Komödienklassiker „Sein oder Nichtsein“ findet Anklang beim Premierenpublikum

Ettlingen. S’Äffle fehlt noch, s’Pferdle isch schon da. Jedenfalls auf dem Wappen des Stuttgarter Elektroboliden, der sich als erster Eindruck ins Bild zwischen die Premierenbesucher der Komödie „Sein oder Nichtsein“ vor dem Ettlinger Schloss schiebt. Gespannte Erwartung liegt in der warmen Sommerluft, dazu wird ein Glas Prickelndes getrunken.

„Wir waren noch nie hier und lassen uns überraschen“, sagt Maximilian Vohl, ein junger Karlsruher, der mit seiner Freundin Alina Huber gekommen ist. „Ein bisschen habe ich mich informiert und ich erwarte etwas sehr Spannendes und politisch Aufgeladenes“, so Huber.

Intendantin Solvejg Bauer begrüßt Bekannte am großen Schlossportal. „Auf die Publikumsreaktion bin ich gespannt. Bei den beiden Schulklassen als Probepublikum hat es auf jeden Fall gezündet“, so Bauer, auch Regisseurin des Stücks. Die Elftklässlerinnen Gioia Enczmann und Claire Mann gehören zu einer dieser Klassen und spielen selbst in der Theater-AG ihres Lehrers Michael Polty am Eichendorff-Gymnasium. „Eindrucksvoll“, meint Claire über das Stück. „Die Wechsel stockten noch ein bisschen, aber noch war es ja nur eine Probe“, merkt Gioia sachverständig an. Dann ruft der Gong das Auditorium in den Schlosshof auf seine Plätze und die Schauspielkomödie von Nick Whitby nach dem Film von Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1942 nimmt mit einem glänzend aufgelegten Ensemble Fahrt auf. Wo im Film schwarze SS-Uniformen die Fallhöhe beträchtlich steigern, wenn die Nazis zu Trotteln gemacht werden, fällt bei der Ettlinger Inszenierung die Wahl auf Fantasie-Uniformen in orangefarbenem Latex.

„Ich finde die Müllmänner-Optik witzig“, sagt Gunnar Petersohn, der mit seiner Frau Birgit schon die dritte Vorstellung dieser Spielzeit besucht, in der Pause. Wie die meisten Befragten kennen auch sie den Film nicht. „Die Darsteller sind sehr gut und das Stück macht richtig Spaß, allerdings zucke ich jedes Mal zusammen, wenn der Hitler-Gruß kommt“, ergänzt Ehefrau Birgit.

Sehr angetan zeigt sich auch Ulrike Kappesser. Die Rektorin des Ettlinger Heisenberg-Gymnasiums lobt die tolle Musik und die kurzweilige Inszenierung. Sie hat „kein Problem, dass mit dem ernsten Hintergrund humorvoll umgegangen wird“. 

Mit einem anrührenden Gute-Nacht-Lied auf Hebräisch und Arabisch, dargebracht von Manar Elsayed, der Darstellerin der Anna, und dem Ensemble, endet das Stück, das mit viel Applaus bedacht wird. Bei der anschließenden Premierenfeier hebt Ettlingens Oberbürgermeister Johannes Arnold (Freie Wähler) die „gelungene Balance zwischen Ernsthaftem und Klamauk“ hervor.

Der 16-jährige Tim Speck von der Realschule am Rennbuckel in Karlsruhe ist als „Der junge Grünberg“ der jüngste Darsteller und seit 2019 im Ensemble dabei. Vor dem Auftritt sei er sehr aufgeregt, aber auf der Bühne und spätestens bei der zweiten Aufführung lege sich das. Er stellt fest: „Text lernen fällt mir leichter als Vokabeln lernen.“

Sein oder Nichtsein

Aus den BNN vom 14.7.2024

Die Premiere von „Sein oder Nichtsein – Heil Hamlet“ überzeugt bei den Schlossfestspielen
In Ettlingen sind die Nazis knallorange

Der überdrehte Regisseur ist völlig durch den Wind, der Hauptdarsteller und die Diva liefern sich einen Wettbewerb in Sachen Eitelkeit. „Sein oder Nichtsein“, das wohl bekannteste Zitat von William Shakespeare, bezieht sich bei der jüngsten Premiere der Ettlinger Schlossfestspiele nicht nur auf dessen Stück „Hamlet“. Dass es im Wortsinn um das nackte Überleben geht, zeigt sich in der Komödie „Sein oder Nichtsein“ von Nick Whitby nach dem gleichnamigen Film von Ernst Lubitsch schnell genug.

Eigentlich will das Ensemble des Polski Theaters eine Anti-Nazi-Komödie aufführen, dafür haben sie sich passende Kostüme beziehungsweise Uniformen geschneidert. In Ettlingen sind die Nazis knallorange (Kostüme: Gesa Gröning). Darsteller Grünberg soll Hitler spielen und tut das umwerfend. Er tänzelt wie ein Model nach vorne und haucht als Antwort auf die „Heil Hitler“-Rufe des Ensembles „Ich heil mich selbst“.

Der erste Lacher von vielen im Lauf des Stückes. In kürzester Zeit werden sämtliche Theaterklischees abgehandelt. Grünberg ist sauer, weil er eigentlich gar keinen Text hat. Der Regisseur ist verzweifelt, weil kurz vor der Premiere noch nicht ein Durchlauf geklappt hat. Das Hauptdarsteller-Ehepaar Josef und Maria Tura streitet sich, wer der bessere Schauspieler ist. Doch der Beamte der Zensurbehörde kommt mit der Mitteilung, dass dieses Stück aus Rücksicht auf das Nazi-Regime nicht gespielt werden darf. Stattdessen fordert er Schauspielerin Eva auf, eigens für ihn zu sterben, weil er ihren Tod als Ophelia so schön findet.

Also spielt das Polski Theater zum 303. Mal „Hamlet“ in einer schrägen Kurzversion. Philipp Butz hat als Hamlet-Darsteller Josef Tura kaum mehr zu tun als zu posieren, zu zucken und zu sterben. Dabei sieht er, wie ein gutaussehender junger Mann im Zuschauerraum aufsteht und geht. Es handelt sich um Fliegerleutnant Sobinsky, der in Maria Tura verliebt ist.

Die wiederum nutzt Hamlets langen Monolog, um mit Sobinsky eine Affäre anzufangen. Yannic Blauert spielt Sobinsky geradezu rührend naiv. Lotta Hackbeil verleiht Maria Tura das Auftreten eines Filmstars der 1930er Jahre. Und sie beherrscht alle Facetten des Flirtens. Während man sich also durch „Hamlet“ als Nummernrevue im Burlesque-Stil hangelt, bricht der Krieg aus. Das Bühnenbild von Christian Held zeigt hier seine Stärke: Die Bretter, auf denen eben noch gespielt wurde, brechen.

Von den deutschen Truppen aus ihren Wohnungen vertrieben, richtet sich das Ensemble im Theater ein und sammelt sich frierend um den Kohleofen. Dann taucht der verwundete Sobinsky auf und verwickelt das Polski Theater in die Rettung des polnischen Widerstands.

Professor Silewski, der für die Gestapo spioniert, soll in Warschau Gruppenführer Erhardt eine Liste mit Namen von Widerstandskämpfern übergeben. Mit den Nazi-Kostümen aus der nicht aufgeführten Anti-Nazi-Komödie wollen die Schauspieler Silewski vorgaukeln, er sei im Gestapo-Hauptquartier. Sascha Stead gibt den Professor herrlich skurril. Leider klappt die List nicht ganz so wie geplant. Der Professor wird erschossen, Maria Tura von der Gestapo abgeholt.

Gruppenführer Erhardt erweist sich ebenfalls als schräger Vogel, der einer Nudisten-Bergsteigergruppe angehört und einen Fitness-Wahn pflegt. Die arme Maria muss in ihrem langen weißen Kleid auf seinen Befehl hin Seilspringen. Dirk Wittun gelingt es, der Figur des Erhardt eine Art brutalen Charme und ausreichend Bösartigkeit zu geben. Zu gern würde Erhardt mit der schönen Maria anbandeln. Sie geht zum Schein darauf ein. Lotta Hackbeil lässt da zugleich die Angst und den Widerwillen Marias durchscheinen. Um die Namensliste und auch das Ensemble des Polski Theaters vor dem Zugriff der Gestapo zu retten, schlüpft Josef Tura in die Rolle seines (Über-)Lebens. Er spielt Erhardt erst den Professor und dann einen polnischen Nazi vor.

Tempo und Timing von Solvejg Bauers Inszenierung stimmen. Es gibt bewusst überdrehten Klamauk, aber auch ernste Momente. Zum Erfolg der bejubelten Premiere von „Sein oder Nichtsein“ trägt auch die zwischen Klezmer, osteuropäischer Volksmusik und Jazz angelegte Musik der Gruppe „Black Sea Shipping Company“ bei.

Evita – Premiere am 20. Juni 2024

Viel Lob und ein zerrissenes Kleid
(Artikel aus den BNN am 22. Juni, Foto: Werner Bentz)

Musical „Evita“ feiert Premiere im Schloss / OB Arnold kürt Ettlingen zum „Musical-Weltmeister“

Ettlingen. „Che hat mir in der ersten Szene schon mein Kleid zerrissen!“, beschwert sich Janina Wilhalm mit einem Augenzwinkern nach der „Evita“-Premiere im Gespräch mit der Redaktion. Sie spielt die Hauptrolle bei der Inszenierung für die Schlossfestspiele Ettlingen und stellt gleich richtig: „Das wichtigste Gefühl ist Erleichterung. Man ist vor einer Premiere ja immer etwas angespannt, ob auch wirklich alles klappt.“ Sie wirkt zufrieden und ist glücklich über die vielen positiven Rückmeldungen vom Publikum.

Tatsächlich schaut man in lauter strahlende Gesichter nach dem Schlussapplaus. Trotz des tragischen Endes des Musicals sind die Zuschauer glücklich. „Das war toll umgesetzt. Ich fand es richtig gut!“, schwärmt eine Frau in Pink lautstark beim Herausgehen. Ein Begleiter bestätigt: „Die Ideen haben mich beeindruckt.“ Schon vor der Aufführung ist die Stimmung unter den Besuchern auf dem Schlossplatz gelassen. „Ich habe das Musical schon ein paar Mal gesehen und bin gespannt, wie es heute inszeniert ist. Hoffentlich hat die Hauptdarstellerin eine gute Stimme“, meint Elke Blüher aus Ettlingen. In der Pause strahlt sie: „Ich bin sehr zufrieden!“ Auch Andrea Prager-Schmidt aus Stutensee freut sich über eine „sehr gute Umsetzung“. Im vergangenen Jahr sei sie auch mal von einer Inszenierung enttäuscht gewesen, von „Evita“ aber ist sie zur Pause begeistert. In der Reihe vor ihr lesen sich zwei Zuschauerinnen noch einmal den Wikipedia-Artikel zur Lebensgeschichte der Argentinierin Evita Perón vor. Sie sind gefesselt von der Geschichte, die im Musical erzählt wird. „Stimmgewaltig“, „tolle Kostüme“, „beeindruckende Kulisse“ – Catarina und Christian Kögele aus Karlsruhe sehen zum ersten Mal eine Musical-Inszenierung dieser Dimension. Dass das Stück auf verschiedenen Ebenen, mal auf der großen Bühne, mal auf dem Balkon, mal aus den Fenstern heraus, gespielt wird, kommt besonders gut an.

Die Bühne und wie sehr sie „breit ausgenutzt“ wurde, gefällt auch Ettlingens Oberbürgermeister Johannes Arnold. Und er meint damit vor allem die vielen Menschen, die mitwirken. Jung und Alt, die Kinder, der Bürgerchor, alle zusammen auf der Schlossbühne – das sei schön zu sehen, erzählt er auf dem Weg zur Premierenfeier. Dort ergänzt er bei seiner Ansprache, in Anspielung auf die laufende Fußball-EM: „Ettlingen ist Musical- und Kulturweltmeister!“ Intendantin Solvejg Bauer erwidert: „Im letzten Jahr hatten Sie uns noch in der Zweiten Liga verortet, jetzt sind wir Weltmeister. Das ist dann wohl ein großer Erfolg!“

Auch sie findet viele lobende Worte für das ganze Ensemble vor und hinter den Kulissen. Und auch ihr ist die Erleichterung nach der geglückten Premiere anzusehen. So feiern sich Darsteller und Maskenbildnerinnen, Musiker und Choreografinnen, Sängerinnen und Bühnenbildner bei Sekt und Häppchen bis in die Nacht selbst.

Mitgliederversammlung am 17. Juni – Festspielfreunde wählen neuen Vorstand

Vorsitzender Patrick Ertel gibt sein Amt beim Ettlinger Verein ab, ihm folgt Alexander Litterst nach.

Ettlingen (red). Umfangreichen Veränderungen im Vorstand der Freunde der Schlossfestspiele Ettlingen stehen Konstanz im Handeln zugunsten der Festspiele gegenüber. Das hat sich am Montagabend bei der Mitgliederversammlung im Schlosshof gezeigt, zu der über 100 Mitglieder und Gäste gekommen waren. Vorsitzender Patrick Ertel dankte zu Beginn Intendantin Solvejg Bauer, dass sie die Versammlung im Schlosshof trotz der Proben für die gerade gestartete Festspielsaison ermöglicht hatte, wie der Verein in einer Presseerklärung mitteilte.

Vorsitzender Patrick Ertel würdigte auch die Mitbegründer der Schlossfestspiele vor 45 Jahren und den ersten Intendanten Kurt Müller-Graf. Ertel, der in der Versammlung seinen Vorsitz abgab, weil er sich beruflich nach Südbaden verändert hat, aber dem Verein die Treue halten wird, dankte dem gesamten Vorstandkollegium und der Leiterin der Geschäftsstelle der „Freunde“, Sandra Stebner, für die „immer gute und harmonische Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren“. Ertel betonte, dass die Festspiele von den „Freunden“ auch 2024 wieder mit 7.000 Euro, davon 5.000 für die Hauptstücke und 2.000 für das Kinderstück, unterstützt werden.

Scheckübergabe der Freunde der Schlossfestspiele für die Spielzeit 2024: Patrick Ertel, Alexander Litterst, Solvejg Bauer, Brigitte Ochlich, Frauke Offele und Philipp Faltermeier freuen sich über den Erfolg des Vereins. Foto: Ulrich Krawutschke

Weil die Oper „Der Barbier von Sevilla“ auf 2025 verschoben wurde, gibt es im laufenden Jahr keinen Förderpreis für Nachwuchskünstler, der aus Spenden der Mitglieder geförderte Preis, den eine Jury aus spendenden Mitgliedern vergibt, bleibe aber bestehen. Alternativ werden bei einer Vorstellung der Musical-Gala am 9. oder 11. August, bei der Preisträger vergangener Jahre auftreten und deren durch den Preis maßgeblich geförderten Karrieren vorgestellt werden, die Spender von 2023 eingeladen. Derzeit, so Ertel, verfüge der Verein über 638 Mitglieder, sei also wieder etwas gewachsen, strebe aber weiterhin 700 Mitglieder an. Dafür wurde kräftig geworben, auch kürzlich beim Theaterfest.

Der scheidende Schatzmeister Wilhelm Brisach legte einen positiven Kassenbericht vor, der ein derzeitiges Vereinsguthaben von rund 13.500 Euro aufweist. Das sind bedingt durch die Kosten für den neuen Flyer der „Freunde“ rund 4.000 Euro weniger als 2023. Neben Patrick Ertel und Wilhelm Brisach, der seit Gründung des Vereins 1983 Kassier war, stellte auch Bernd Reinegger sein Amt der Öffentlichkeitsarbeit aus persönlichen Gründen zur Verfügung.

Neuer Vorsitzender ist der Regionaldirektor der Sparkasse in Ettlingen, Alexander Litterst, neuer Kassier ist der Ettlinger Filialleiter der Sparkasse, Philipp Faltermeier, und künftig zuständig für Öffentlichkeitsarbeit ist die pensionierte Lehrerin Brigitte Ochlich. Sie wurden wie auch die wiedergewählten Vorstandsmitglieder Frauke Offele und Christel Dufner als stellvertretende Vorsitzenden, Peter Reuter und Günter Straub als Kassenprüfer und Ulrich Krawutschke als Schriftführer einstimmig wiedergewählt. Der neue Vorsitzende Alexander Litterst übernahm die Verabschiedung der Scheidenden, für die es – wie auch für weitere Helfer des Vereins – Blumen und Geschenke gab.

Intendantin Solvejg Bauer betonte ihre Freude über die weitere Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis und sagte, dass es nach dem Finanzdesaster 2023 „für‘s laufende Jahr gut aussieht“. Der Zuschauerrekord von 55.000 im vergangenen Jahr sei für 2024 nach dem Vorverkauf schon erreicht. Die kulturelle Landschaft sei im Wandel, sagte Bauer, hob aber hervor, dass Deutschland weltweit die höchste Theaterdichte habe. Dass das auch für Ettlingen weiterhin Bedeutung habe, sei vor allem auch der Förderung durch die Freunde der Schlossfestspiele zu verdanken.

Bauer stellte den Spielplan 2024 vor und warb für das Familienstück „Aladin“, in dem es „auch für Erwachsene viel zu entdecken gibt“. Einen Einblick ins Musical „Evita“ mit dem Bürgerchor gaben dann auf der Schlosshofbühne am Klavier Bernard Bagger und die Sänger Yannic Blauert, Sascha Stead und Thijs Kobes. Sie wurden von den „Freunden“ mit viel Beifall bedacht.

Theaterfest am 15. Juni 2024 – Eindrücke

„Evita“ und die Probenbesucher trotzen dem Regen

Beim Theaterfest gibt es spannende Einblicke in das Jahresprogramm der Schlossfestspiele Ettlingen und Rabatte für Tickets

Von Ulrich Krawutschke (aus den BNN vom 17.6.2024)

Eine offene Probe für „Evita“ gab es im voll besetzten Schlosshof. Die Anweisungen kamen von Intendantin Solvejg Bauer. Foto: Ulrich Krawutschke

Ettlingen. „Wir wollen ihnen heute Lust auf die Spielzeit 2024 machen“, rief Intendantin Solvejg Bauer von der vor dem Schloss aufgebauten kleinen Bühne den Zuhörern zu, die trotz widrigem Wetter gekommen waren. Wohl auch angelockt durch die ersten Klänge der Karlsruher Theaterband „Black Sea Shipping Company“, die während der Spielzeit in der Komödie „Sein oder Nichtsein“ zu erleben ist. Die Intendantin ging auch kurz auf den weiteren Spielplan mit dem Musical „Evita“, der Wiederaufnahme der Rockshow „Killerqueen“, dem am Sonntagabend gestarteten Familienstück „Aladin“, dem Nachtgrusel „Das Geheimnis der Irma Vep“ und der „Operngala“ ein.

Mit dem Hinweis auf den Förderpreis für Nachwuchstalente übergab sie das Mikrofon an Frauke Offele, stellvertretende Vorsitzende der Freunde der Schlossfestspiele Ettlingen. Offele erläuterte, dass die Freunde neben dem Förderpreis auch jährlich zwei Stücke der Festspiele aus Mitgliedsbeiträgen sowie Spenden finanziell unterstützen. Deshalb waren die Freunde auch vor dem Schloss im von Erbprinz-Chef Bernhard Zepf bereitgestellten Festzelt vertreten, sorgten für Bewirtung und warben um Mitglieder.

Trotz des Regens harrten die Besucher vor dem Schloss aus, um zunächst Dirk Wittun und Stefan Ahrens mit Liedern von Hans Albers zu lauschen. „Da kommen wir aus dem Norden und hören hier unseren Hans“, freute sich Silvia Vischer aus Hamburg, die in Ettlingen ein Familientreffen genoss. Sie war bei einer Stadtführung aufs Theaterfest aufmerksam geworden und fand es „klasse“.

Danach begeisterte die „Black Sea Shipping Band“ die regenfesten Zuhörer. Darunter Charlotte und Muriel aus Karlsruhe, die beiden 19-Jährigen swingten rhythmisch im Takt von Klezmer, Americana und Swing mit. Sie waren gekommen, weil sie die Band „kennen und schätzen“, so Charlotte. Auch aus Karlsruhe gekommen waren zwei andere Freundinnen, die das Theaterfest schätzen und auf das von Intendantin Bauer angekündigte Angebot von zehn Prozent Nachlass auf Theaterkarten während des Festtages gerne eingingen.

Gezielt gekommen, aber nicht wegen des Theaterfestes, waren Saskia und Rüdiger Steppe aus Waldbronn. Sie traten am Samstag im Asamsaal in den Stand der Ehe, hatten vom Theaterfest nichts gewusst. Mit Freunden genossen sie während der Wartezeit nicht nur darauf ein Gläschen Sekt am Stand der Schlossfestspiele-Freunde, sondern stieße dabei auch auf den 55. Geburtstag des Ehemannes an. „Das ist doch ganz unerwartet ein toller Rahmen für uns“, sagt das frischgebackene Ehepaar, das erwägt, Mitglied des Freundeskreises zu werden.

Vor der kleinen Bühne und dem Freunde-Festzelt ging es dann nach Anmoderation von Kim Reimer rund. Da trafen sich die Interessierten an den Backstageführungen mit Uta Buchheister, in einem kleinen Zelt gab es gern genutzte Malangebote für Kinder und die verbleibenden Zuschauer erlebten von Regisseur Bastian Thurner moderierte Szenen der jungen Darsteller aus „Aladin“.

Beim „Talk um Viertel vor Drei“ mit Intendantin Solvejg Bauer, Regisseur Bastian Thurner und Bühnenbildner Christian Held ging es im Detail um die Produktionen der Spielzeit 2024 und um die Inhalte der alle von Held konzipierten Bühnenbilder. Mitwirkende der Rockshow „Killerqueen“ waren zum Abschluss vor dem Schloss unplugged zu hören und die Tanzgruppe warb, von den immer noch zahlreichen Zuschauern beklatscht, für die Show.

Noch während des heftigen Regens wurde im Schlosshof deutlich, dass dieser der Theaterlust der Besucher nichts anhaben konnte, denn bei der öffentlichen Probe von „Evita“ mit der Intendantin als Regisseurin war der Schlosshof voll besetzt. Gut 600 Theaterbegeisterte füllten die Ränge und erfreuten sich an den auf Deutsch gesungenen Liedern und den lebhaften Spielszenen.

Darunter war auch die Ungarin Evelin mit ihren beiden Kindern, die nahe am Schloss wohnt und viel von den Proben hört. Sie war begeistert und ihr Sohn auch, weil vier seiner Klassenkameraden bei „Aladin“ dabei sind. „Das macht Lust“, so die Ungarin, die selbst Sängerin ist. Genauso war es abschließend beim bunten Showprogramm, in dem die Urban Dance School Ettlingen mit coolen Hiphop-Moves schwunghafte Auszüge aus ihrem Tanzprogramm bei „Killerqueen“ bot. Hierzu erläuterte die Disponentin und künstlerische Betriebsleiterin der Schlossfestspiele, Uta Buchheister, dass die Nachfrage nach „Killerqueen“ so enorm sei, dass am 23. und 24. Juli zwei Sondervorstellungen ins Programm aufgenommen worden seien. Der Vorverkauf läuft.

Der Bürgerchor – eine Erfolgsgeschichte

Der Bürgerchor wurde 2019 gegründet, als Solvejg Bauer die neue Intendantin der Schlossfestspiele wurde, und hat sich seitdem als festes Standbein der Eigenproduktionen integriert.
Auf der Seite der Schlossfestspiele finden Sie aktuell die Mitwirkenden 2024 bei Evita und der Operngala sowie wunderschöne Fotos und Informationen aus den vergangenen Jahren:
2019 ging es los mit der Zauberflöte. Auf dem „Royalen“ Spielplan 2020 stand die Operette Die Fledermaus. Leider konnte nur bis Mitte März 2020 wie geplant geprobt werden. Dann kam es aus bekannten Gründen zu einer Zäsur und der Chor verlegte sich fürs Erste in den virtuellen Raum.
Der Bürgerchor während der Pandemie
Chorleiter Stefan Birnhuber versorgte die Sänger:innen weiterhin mit Übungsvideos, man kam in Kleinstgruppen für Aufnahmen ins Schloss und am 3. Juli 2020 feierte der Bürgerchortrickfilm „Bald kommt der Chor zurück“ Premiere im Autokino am Dickhäuterplatz, selbstverständlich unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen bei Produktion und Aufführung.
Im Frühsommer 2021 konnten wieder die ersten Proben in Präsenz stattfinden. Im Sommer 2021 war es dann endlich so weit und der Chor konnte in der Fledermaus und  in der Kinderoper Aschenputtel auftreten. 
Für die große Oper Carmen 2022 hat der Bürgerchor zahlreiche Neuzugänge bekommen und ist auf die stattliche Anzahl von 90 Sängerinnen und Sängern angewachsen. Auch kam ein Kinder- und Jugendchor neu hinzu, in Kooperation mit den Chorleitern der Herz-Jesu- Gemeinde Ettlingen.
Beim Freischütz in 2023 war der Bürgerchor nicht wegzudenken, grandios waren Jägerchor und Jungfernkranz.
https://www.schlossfestspiele-ettlingen.de/buergerchor

Förderpreis 2023

Tobias Bialluch wird für seine Darstellung des Jägerburschen Max im „Freischütz“ ausgezeichnet

Einen symbolischen „Scheck“ über 1.200 Euro übergeben die Freunde der Schlossfestspiele an den Preisträger Tobias Bialluch. Im Bild von links: Intendantin Solvejg Bauer, stellvertretende Vorsitzende Frauke Offele und ganz rechts Vorstandsmitglied Bernd Reinegger.
Bild und Text: Ulrich Krawutschke

Ettlingen. Intendantin Solvejg Bauer hatte es geheim gehalten, und so war Tobias Bialluch am Freitagabend auf der Bühne der Ettlinger Schlossfestspiele kurz vor der Aufführung der Oper „Der Freischütz“ völlig überrascht und fassungslos, als Frauke Offele vor gut besetzter Tribüne verkündete, dass ihm der mit 1.200 Euro dotierte „Förderpreis Junge Künstler“ der Freunde der Schlossfestspiele Ettlingen verliehen wurde.

Um die Überraschung zu garantieren, hatte Bauer beide Besetzungen der Oper auf die Bühne geholt. Bialluch war nicht nur der Beifall des ganzen Publikums sicher, auch seine Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne klatschten frenetisch.

Frauke Offele hatte dem Publikum erklärt, dass der Preis im 40. Jahr der „Freunde“ bereits zum vierten Mal verliehen wurde und sich ausschließlich aus zusätzlichen Spenden der Mitglieder finanziert. Eine vierköpfige Jury hatte zwei Vorstellungen des „Freischütz“ – mit beiden Besetzungen – besucht und danach ohne lange Diskussion einstimmig den Förderpreis dem Nachwuchssänger Tobias Bialluch aus Niedersachsen zuerkannt.

Als zweiter Jägerbursche Max habe er, so Offele, mit seinem facettenreichen und strahlenden Tenor begeistert und „in der Rolle des frustbeschwipsten, verzweifelten Max auch darstellerisch überzeugt“. Diese Meinung hätten nicht nur die Jury, sondern auch viele andere Festspielbesucher vertreten. Frauke Offele brachte dem Publikum den Werdegang des Preisträgers näher, dessen künstlerische Entwicklung als Jugendlicher an Schlagzeug und Klavier sowie beim Singen in einer Jazz-Combo begonnen hat. Nach dem Abitur habe er zunächst Medientechnik und Gartenbauwissenschaft studiert, parallel aber schon klassischen Gesangsunterricht genommen. Erst mit 25 Jahren begann er 2013 auf Empfehlung von Professor Thomas Quasthoff mit der akademischen Stimmausbildung und schloss seinen Bachelor-Studiengang an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover mit der besten Gesamtnote des Studienjahrgangs ab.

Derzeit absolviert der Ausgezeichnete dort ein Master-Studium im Opernbereich. In der niedersächsischen Kapitale habe er auch die Liebe zum Musiktheater entdeckt. Sein Credo lautet: Emotionen transportieren, indem man singt und spielt.

Der Freischütz – Bericht von der Premiere

Ein Ausrutscher und viel überschwängliche Freude
BNN 24.6.2023, Redaktion: Rainer Obert

Die romantische Oper „Der Freischütz“ trifft bei vielen Besuchern ins Schwarze, und bei der Premierenfeier gibt es große Emotionen

Ettlingen. Premieren sind immer besonders bei den Schlossfestspielen. Diese Freischütz-Aufführung wird in mehrerlei Hinsicht dem Ettlinger Publikum, der Crew um Intendantin Solvejg Bauer wie auch den Darstellern auf der Bühne länger in Erinnerung bleiben. Richtiggehend überschwänglich froh ist Ettlingens Rathauschef Johannes Arnold (Freie Wähler) bei der Premierenfeier im festlichen Asamsaal nach dem teils stehenden Schlussapplaus: „Ich finde, Ötigheim kann so langsam einpacken“, beendet er mit einem Blick zu den Volksschauspielen eine Lobeshymne auf alle, die zum „Freischütz“ ihren Teil beitrugen. Raunen und Beifall sind ihm sicher.

„Wir sind begeistert, was wir heute erlebt haben“, so Arnold. In der Feststellung liegt wohl auch etwas Erleichterung. Dass die „Kugel“ der Oper Freischütz beim Publikum ins Schwarze getroffen hat und dass sie trotz Dauerregens über die Bühne ging. „Es war schon stressig“, hatte die Intendantin kurz nach Schluss noch im Schlosshof eingeräumt – die sich schon zur Begrüßung auf der rutschigen Bühne fast unfreiwillig hingelegt hätte. Wie nach einer Geburt scheinen danach alle Schmerzen vergessen. Auch die von „Ännchen“ alias Hannah Beutler. „Ich bin sehr glücklich.“ Obgleich sie blaue Flecken davongetragen habe, als sie aus vollem Lauf ausrutschte und auf dem Hosenboden landete. „Nichts anmerken lassen, weiter machen. Mit guten Kollegen geht das.“

Schon in der Pause nach dem ersten Teil loben viele Zuschauer „die tollen Stimmen“, als es danach in die stimmungsvoll ausgestaltete Wolfsschlucht geht, ist man ohnehin in den Bann gezogen. Die Videoprojektionen auf die Schlossfassade machen die Illusion perfekt, lobt etwa Thomas Kuhnle.

Eigens aus Hannover angereist ist die Professorin für Sologesang, Marina Sandel, von der Musikhochschule Hannover. „Ich bin zufrieden mit ihm, hat er gut gemacht“, bewertet sie den Auftritt von Tobias Bialluch als Jägerbursche Max. Der junge Hauptdarsteller ist ihr Schüler – und strahlt entsprechend. „Qualitäts-Check bestanden.“ Auch bei der ausgelassenen Premierenfeier wird viel übers Wetter geredet. „Wir lagen in der Wolfsschlucht in Pfützen.“ Der Kommentar des bestens gelaunten Bürgerchor-Sängers Matthias Neumann verdeutlicht, wie alle zusammen der Nässe trotzten. „Es wurde viel geföhnt hinter der Bühne“, verdeutlicht Regieassistent Jonas Mangler. Der auch die Technik im Blick hatte. „Da kann jederzeit ein Kurzschluss passieren.“ Lob geben die Bürgerchor-Sängerinnen Marianne Nies und Beate Groß direkt an Bernard Bagger weiter, der beim Einstudieren richtig positiv fordere. „Alle waren voll dabei, und sie haben’s geschafft“, betont Bagger. Etwa 60 Stunden Probezeit seien investiert worden. „Das sind alles Leute, die Bock haben.“ Da sei er schon stolz.

Bejubelt wird die Ansprache von Intendantin Solvejg Bauer. „Es war ein unglaublicher Ritt heute Abend.“ Alle hätten an einem Strang gezogen. Die Geschichte von der Liebe, die alles überwindet, sei „gut von der Rampe gekommen“. Oft sei es in den Vorbereitungen „eng und stressig“. Sie empfinde „tiefste Dankbarkeit“. Baff sei sie, welch hohes künstlerisches Niveau erreicht werde. „Und jetzt tanzen, essen und trinken wir – ich glaube, das haben wir uns verdient.“

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