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Mitgliederversammlung am 17. Juni – Festspielfreunde wählen neuen Vorstand

Vorsitzender Patrick Ertel gibt sein Amt beim Ettlinger Verein ab, ihm folgt Alexander Litterst nach.

Ettlingen (red). Umfangreichen Veränderungen im Vorstand der Freunde der Schlossfestspiele Ettlingen stehen Konstanz im Handeln zugunsten der Festspiele gegenüber. Das hat sich am Montagabend bei der Mitgliederversammlung im Schlosshof gezeigt, zu der über 100 Mitglieder und Gäste gekommen waren. Vorsitzender Patrick Ertel dankte zu Beginn Intendantin Solvejg Bauer, dass sie die Versammlung im Schlosshof trotz der Proben für die gerade gestartete Festspielsaison ermöglicht hatte, wie der Verein in einer Presseerklärung mitteilte.

Vorsitzender Patrick Ertel würdigte auch die Mitbegründer der Schlossfestspiele vor 45 Jahren und den ersten Intendanten Kurt Müller-Graf. Ertel, der in der Versammlung seinen Vorsitz abgab, weil er sich beruflich nach Südbaden verändert hat, aber dem Verein die Treue halten wird, dankte dem gesamten Vorstandkollegium und der Leiterin der Geschäftsstelle der „Freunde“, Sandra Stebner, für die „immer gute und harmonische Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren“. Ertel betonte, dass die Festspiele von den „Freunden“ auch 2024 wieder mit 7.000 Euro, davon 5.000 für die Hauptstücke und 2.000 für das Kinderstück, unterstützt werden.

Scheckübergabe der Freunde der Schlossfestspiele für die Spielzeit 2024: Patrick Ertel, Alexander Litterst, Solvejg Bauer, Brigitte Ochlich, Frauke Offele und Philipp Faltermeier freuen sich über den Erfolg des Vereins. Foto: Ulrich Krawutschke

Weil die Oper „Der Barbier von Sevilla“ auf 2025 verschoben wurde, gibt es im laufenden Jahr keinen Förderpreis für Nachwuchskünstler, der aus Spenden der Mitglieder geförderte Preis, den eine Jury aus spendenden Mitgliedern vergibt, bleibe aber bestehen. Alternativ werden bei einer Vorstellung der Musical-Gala am 9. oder 11. August, bei der Preisträger vergangener Jahre auftreten und deren durch den Preis maßgeblich geförderten Karrieren vorgestellt werden, die Spender von 2023 eingeladen. Derzeit, so Ertel, verfüge der Verein über 638 Mitglieder, sei also wieder etwas gewachsen, strebe aber weiterhin 700 Mitglieder an. Dafür wurde kräftig geworben, auch kürzlich beim Theaterfest.

Der scheidende Schatzmeister Wilhelm Brisach legte einen positiven Kassenbericht vor, der ein derzeitiges Vereinsguthaben von rund 13.500 Euro aufweist. Das sind bedingt durch die Kosten für den neuen Flyer der „Freunde“ rund 4.000 Euro weniger als 2023. Neben Patrick Ertel und Wilhelm Brisach, der seit Gründung des Vereins 1983 Kassier war, stellte auch Bernd Reinegger sein Amt der Öffentlichkeitsarbeit aus persönlichen Gründen zur Verfügung.

Neuer Vorsitzender ist der Regionaldirektor der Sparkasse in Ettlingen, Alexander Litterst, neuer Kassier ist der Ettlinger Filialleiter der Sparkasse, Philipp Faltermeier, und künftig zuständig für Öffentlichkeitsarbeit ist die pensionierte Lehrerin Brigitte Ochlich. Sie wurden wie auch die wiedergewählten Vorstandsmitglieder Frauke Offele und Christel Dufner als stellvertretende Vorsitzenden, Peter Reuter und Günter Straub als Kassenprüfer und Ulrich Krawutschke als Schriftführer einstimmig wiedergewählt. Der neue Vorsitzende Alexander Litterst übernahm die Verabschiedung der Scheidenden, für die es – wie auch für weitere Helfer des Vereins – Blumen und Geschenke gab.

Intendantin Solvejg Bauer betonte ihre Freude über die weitere Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis und sagte, dass es nach dem Finanzdesaster 2023 „für‘s laufende Jahr gut aussieht“. Der Zuschauerrekord von 55.000 im vergangenen Jahr sei für 2024 nach dem Vorverkauf schon erreicht. Die kulturelle Landschaft sei im Wandel, sagte Bauer, hob aber hervor, dass Deutschland weltweit die höchste Theaterdichte habe. Dass das auch für Ettlingen weiterhin Bedeutung habe, sei vor allem auch der Förderung durch die Freunde der Schlossfestspiele zu verdanken.

Bauer stellte den Spielplan 2024 vor und warb für das Familienstück „Aladin“, in dem es „auch für Erwachsene viel zu entdecken gibt“. Einen Einblick ins Musical „Evita“ mit dem Bürgerchor gaben dann auf der Schlosshofbühne am Klavier Bernard Bagger und die Sänger Yannic Blauert, Sascha Stead und Thijs Kobes. Sie wurden von den „Freunden“ mit viel Beifall bedacht.

Theaterfest am 15. Juni 2024 – Eindrücke

„Evita“ und die Probenbesucher trotzen dem Regen

Beim Theaterfest gibt es spannende Einblicke in das Jahresprogramm der Schlossfestspiele Ettlingen und Rabatte für Tickets

Von Ulrich Krawutschke (aus den BNN vom 17.6.2024)

Eine offene Probe für „Evita“ gab es im voll besetzten Schlosshof. Die Anweisungen kamen von Intendantin Solvejg Bauer. Foto: Ulrich Krawutschke

Ettlingen. „Wir wollen ihnen heute Lust auf die Spielzeit 2024 machen“, rief Intendantin Solvejg Bauer von der vor dem Schloss aufgebauten kleinen Bühne den Zuhörern zu, die trotz widrigem Wetter gekommen waren. Wohl auch angelockt durch die ersten Klänge der Karlsruher Theaterband „Black Sea Shipping Company“, die während der Spielzeit in der Komödie „Sein oder Nichtsein“ zu erleben ist. Die Intendantin ging auch kurz auf den weiteren Spielplan mit dem Musical „Evita“, der Wiederaufnahme der Rockshow „Killerqueen“, dem am Sonntagabend gestarteten Familienstück „Aladin“, dem Nachtgrusel „Das Geheimnis der Irma Vep“ und der „Operngala“ ein.

Mit dem Hinweis auf den Förderpreis für Nachwuchstalente übergab sie das Mikrofon an Frauke Offele, stellvertretende Vorsitzende der Freunde der Schlossfestspiele Ettlingen. Offele erläuterte, dass die Freunde neben dem Förderpreis auch jährlich zwei Stücke der Festspiele aus Mitgliedsbeiträgen sowie Spenden finanziell unterstützen. Deshalb waren die Freunde auch vor dem Schloss im von Erbprinz-Chef Bernhard Zepf bereitgestellten Festzelt vertreten, sorgten für Bewirtung und warben um Mitglieder.

Trotz des Regens harrten die Besucher vor dem Schloss aus, um zunächst Dirk Wittun und Stefan Ahrens mit Liedern von Hans Albers zu lauschen. „Da kommen wir aus dem Norden und hören hier unseren Hans“, freute sich Silvia Vischer aus Hamburg, die in Ettlingen ein Familientreffen genoss. Sie war bei einer Stadtführung aufs Theaterfest aufmerksam geworden und fand es „klasse“.

Danach begeisterte die „Black Sea Shipping Band“ die regenfesten Zuhörer. Darunter Charlotte und Muriel aus Karlsruhe, die beiden 19-Jährigen swingten rhythmisch im Takt von Klezmer, Americana und Swing mit. Sie waren gekommen, weil sie die Band „kennen und schätzen“, so Charlotte. Auch aus Karlsruhe gekommen waren zwei andere Freundinnen, die das Theaterfest schätzen und auf das von Intendantin Bauer angekündigte Angebot von zehn Prozent Nachlass auf Theaterkarten während des Festtages gerne eingingen.

Gezielt gekommen, aber nicht wegen des Theaterfestes, waren Saskia und Rüdiger Steppe aus Waldbronn. Sie traten am Samstag im Asamsaal in den Stand der Ehe, hatten vom Theaterfest nichts gewusst. Mit Freunden genossen sie während der Wartezeit nicht nur darauf ein Gläschen Sekt am Stand der Schlossfestspiele-Freunde, sondern stieße dabei auch auf den 55. Geburtstag des Ehemannes an. „Das ist doch ganz unerwartet ein toller Rahmen für uns“, sagt das frischgebackene Ehepaar, das erwägt, Mitglied des Freundeskreises zu werden.

Vor der kleinen Bühne und dem Freunde-Festzelt ging es dann nach Anmoderation von Kim Reimer rund. Da trafen sich die Interessierten an den Backstageführungen mit Uta Buchheister, in einem kleinen Zelt gab es gern genutzte Malangebote für Kinder und die verbleibenden Zuschauer erlebten von Regisseur Bastian Thurner moderierte Szenen der jungen Darsteller aus „Aladin“.

Beim „Talk um Viertel vor Drei“ mit Intendantin Solvejg Bauer, Regisseur Bastian Thurner und Bühnenbildner Christian Held ging es im Detail um die Produktionen der Spielzeit 2024 und um die Inhalte der alle von Held konzipierten Bühnenbilder. Mitwirkende der Rockshow „Killerqueen“ waren zum Abschluss vor dem Schloss unplugged zu hören und die Tanzgruppe warb, von den immer noch zahlreichen Zuschauern beklatscht, für die Show.

Noch während des heftigen Regens wurde im Schlosshof deutlich, dass dieser der Theaterlust der Besucher nichts anhaben konnte, denn bei der öffentlichen Probe von „Evita“ mit der Intendantin als Regisseurin war der Schlosshof voll besetzt. Gut 600 Theaterbegeisterte füllten die Ränge und erfreuten sich an den auf Deutsch gesungenen Liedern und den lebhaften Spielszenen.

Darunter war auch die Ungarin Evelin mit ihren beiden Kindern, die nahe am Schloss wohnt und viel von den Proben hört. Sie war begeistert und ihr Sohn auch, weil vier seiner Klassenkameraden bei „Aladin“ dabei sind. „Das macht Lust“, so die Ungarin, die selbst Sängerin ist. Genauso war es abschließend beim bunten Showprogramm, in dem die Urban Dance School Ettlingen mit coolen Hiphop-Moves schwunghafte Auszüge aus ihrem Tanzprogramm bei „Killerqueen“ bot. Hierzu erläuterte die Disponentin und künstlerische Betriebsleiterin der Schlossfestspiele, Uta Buchheister, dass die Nachfrage nach „Killerqueen“ so enorm sei, dass am 23. und 24. Juli zwei Sondervorstellungen ins Programm aufgenommen worden seien. Der Vorverkauf läuft.

Der Bürgerchor – eine Erfolgsgeschichte

Der Bürgerchor wurde 2019 gegründet, als Solvejg Bauer die neue Intendantin der Schlossfestspiele wurde, und hat sich seitdem als festes Standbein der Eigenproduktionen integriert.
Auf der Seite der Schlossfestspiele finden Sie aktuell die Mitwirkenden 2024 bei Evita und der Operngala sowie wunderschöne Fotos und Informationen aus den vergangenen Jahren:
2019 ging es los mit der Zauberflöte. Auf dem „Royalen“ Spielplan 2020 stand die Operette Die Fledermaus. Leider konnte nur bis Mitte März 2020 wie geplant geprobt werden. Dann kam es aus bekannten Gründen zu einer Zäsur und der Chor verlegte sich fürs Erste in den virtuellen Raum.
Der Bürgerchor während der Pandemie
Chorleiter Stefan Birnhuber versorgte die Sänger:innen weiterhin mit Übungsvideos, man kam in Kleinstgruppen für Aufnahmen ins Schloss und am 3. Juli 2020 feierte der Bürgerchortrickfilm „Bald kommt der Chor zurück“ Premiere im Autokino am Dickhäuterplatz, selbstverständlich unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen bei Produktion und Aufführung.
Im Frühsommer 2021 konnten wieder die ersten Proben in Präsenz stattfinden. Im Sommer 2021 war es dann endlich so weit und der Chor konnte in der Fledermaus und  in der Kinderoper Aschenputtel auftreten. 
Für die große Oper Carmen 2022 hat der Bürgerchor zahlreiche Neuzugänge bekommen und ist auf die stattliche Anzahl von 90 Sängerinnen und Sängern angewachsen. Auch kam ein Kinder- und Jugendchor neu hinzu, in Kooperation mit den Chorleitern der Herz-Jesu- Gemeinde Ettlingen.
Beim Freischütz in 2023 war der Bürgerchor nicht wegzudenken, grandios waren Jägerchor und Jungfernkranz.
https://www.schlossfestspiele-ettlingen.de/buergerchor

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