aus den BNN vom 15.6.26
von Ulrich Krawutschke
Ettlingen. „Das war ein super Start für unsere Spielzeit“, bilanzierte Solvejg Bauer, die Intendantin der Schlossfestspiele Ettlingen am Samstag zum Abschluss des Ettlinger Theaterfestes vor dem Schloss und im Schlosshof. Die Festspiele hatten von 11 bis 17 Uhr ein imposantes Spektakel rund um die Produktionen der Spielzeit 2026, die am Sonntagabend mit der Premiere von „Peter Pan“ starteten.
Und damit hatten sie auch unzählige Besucher und Besucherinnen und oft auch ganze Familien mit Kindern, für die es im Musensaal ein Bastelangebot zum Stück „Peter Pan“ gab, angelockt, die sich dann vor dem Schloss und vor allem auf der Tribüne im Schlosshof drängten. Sie nutzten zugleich auch den zehnprozentigen Rabatt auf Karten der Festspiele, den es nur am Samstag gab.
Gleich zu Beginn hatte die Intendantin von der kleinen Bühne neben dem Haupteingang die Besucher begrüßt und ihr Bedauern ausgedrückt, dass es nach acht Jahren ihre letzte Saison als Intendantin der Festspiele ist. Doch dann ging es auch schon schwungvoll los mit dem Aufmarsch des Ettlinger Bürgerchores durch das Schlosstor. Er sang, angeleitet von Dirigent und musikalischem Leiter Bernard Bagger das Lied „O Fortuna“ aus dem Chorspektakel „Carmina Burana“. Reichlich Beifall war gewiss.
Solvejg Bauer wies dann auch auf den benachbarten Stand der „Freunde der Schlossfestspiele Ettlingen“ hin, die erfolgreich Werbung für weitere Mitgliedschaften bei den Festspielförderern machten. Daneben waren für die Besucher Sitzgelegenheiten aufgestellt und der Ettlinger „Erbprinz“ sorgte für Bewirtung. Schon diese ersten Eindrücke gefielen Marianne Barczeswski aus der Pfalz, deren Tochter im Bürgerchor mitsingt. „Ich bin begeistert, es ist ein wirklich tolles Programm“, bilanzierte sie.
Und schon ging es im Schlosshof mit der offenen Generalprobe für „Peter Pan“ weiter, wobei die Akteure teils auf der Bühne, teils aber auch auf der Zuschauertribüne, also hautnah zu den Besuchern, ihr Können demonstrierten, beispielsweise bei Fechtszenen, was ihnen viel Beifall einbrachte. Die Spielszenen beeindruckten auch Sabine Bischoff und ihre Enkelin Greta, die aus den Nähe von Pforzheim kommen. Sie waren eigentlich zum Einkauf auf dem Ettlinger Markt gekommen und hatten durch Zufall den Theaterrummel vor dem Schloss entdeckt. „Wir wussten das nicht, obwohl wir jedes Jahr zu den Festspielen kommen“, sagte sie und Greta schwärmte von „Pippi Langstrumpf“, das sie zuletzt gesehen hatte.
Mehrfach an diesem Nachmittag unterhielt vor dem Schloss Pianist Stefan Ahrens die Besucher mit dem Loungepiano. Und Tanzlehrer Heinrich von der Ettlinger Tanzschule übte mit tanzfreudigen Besuchern mehrfach „Line Dance“-Variationen ein. Im Epernaysaal im Schloss bot Regisseur Hakan T. Aslan eine offene Probe für „Carmina Burana“ (Premiere am 2. Juli) und erläuterte den Besuchern, dass das Chorspektakel von Carl Orff nicht nur aus der Musik bestehe, sondern in Ettlingen eine dramaturgische Version komme, die eine Handlung rund um das Leben und seine Schicksale beinhalte.
„Es wird ein opulenter Abend“ und das zeigten dann auch Solistinnen und Solisten aus der Produktion auf der Bühne im Saal. Währenddessen gab es im Schlosshof Tonproben, die Teilnehmer der Backstageführung mit Verwaltungsleiter Jörg Klasser von oben vom Balkon des Schlosses mitverfolgten. Eine Zweite Führung gab es später mit Spielleiter Eike Zastrow. Er führt auch die Regie der Komödie „Hin und Her“ nach Ödön von Horváth und wies im Rohrersaal bei einer offenen Probe die Zuhörer auf die Inhalte „der grotesken Posse“ hin, die „auf einer Brücke zwischen zwei Ländern spielt“. Die Besucher der Aufführung (Premiere am 9. Juli) sitzen dabei beidseits eines als Bühne dienenden Stegs im Rohrersaal.
Wieder auf dem Vorplatz des Schlosses gab es eine Ensemblepräsentation der „West Side Story“ (Premiere am 18. Juni) mit Gesangsvorträgen der Mitwirkenden, gleich zu Anfang von Paulina Rodriguez Busquets, die für die Festspiele aus den USA angereist ist. Auf der Bühne im Schlosshof präsentierte die Urban Dance School ihr Programm, im Epernaysaal gab es einen Tanz Workshop „West Side Story“ mit Choreografin Leticia Forattini und im Rohrersaal eine Lesestunde mit Regieassistentin Lou Deutschmann. All das wurde zum Schluss auf dem Schlossvorplatz von Solvejg Bauer und ihrem Team nochmals zusammengefasst.