Autor: Ingrid Strassner Seite 5 von 11

Der Bürgerchor – eine Erfolgsgeschichte

Der Bürgerchor wurde 2019 gegründet, als Solvejg Bauer die neue Intendantin der Schlossfestspiele wurde, und hat sich seitdem als festes Standbein der Eigenproduktionen integriert.
Auf der Seite der Schlossfestspiele finden Sie aktuell die Mitwirkenden 2024 bei Evita und der Operngala sowie wunderschöne Fotos und Informationen aus den vergangenen Jahren:
2019 ging es los mit der Zauberflöte. Auf dem „Royalen“ Spielplan 2020 stand die Operette Die Fledermaus. Leider konnte nur bis Mitte März 2020 wie geplant geprobt werden. Dann kam es aus bekannten Gründen zu einer Zäsur und der Chor verlegte sich fürs Erste in den virtuellen Raum.
Der Bürgerchor während der Pandemie
Chorleiter Stefan Birnhuber versorgte die Sänger:innen weiterhin mit Übungsvideos, man kam in Kleinstgruppen für Aufnahmen ins Schloss und am 3. Juli 2020 feierte der Bürgerchortrickfilm „Bald kommt der Chor zurück“ Premiere im Autokino am Dickhäuterplatz, selbstverständlich unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen bei Produktion und Aufführung.
Im Frühsommer 2021 konnten wieder die ersten Proben in Präsenz stattfinden. Im Sommer 2021 war es dann endlich so weit und der Chor konnte in der Fledermaus und  in der Kinderoper Aschenputtel auftreten. 
Für die große Oper Carmen 2022 hat der Bürgerchor zahlreiche Neuzugänge bekommen und ist auf die stattliche Anzahl von 90 Sängerinnen und Sängern angewachsen. Auch kam ein Kinder- und Jugendchor neu hinzu, in Kooperation mit den Chorleitern der Herz-Jesu- Gemeinde Ettlingen.
Beim Freischütz in 2023 war der Bürgerchor nicht wegzudenken, grandios waren Jägerchor und Jungfernkranz.
https://www.schlossfestspiele-ettlingen.de/buergerchor

Förderpreis 2023

Tobias Bialluch wird für seine Darstellung des Jägerburschen Max im „Freischütz“ ausgezeichnet

Einen symbolischen „Scheck“ über 1.200 Euro übergeben die Freunde der Schlossfestspiele an den Preisträger Tobias Bialluch. Im Bild von links: Intendantin Solvejg Bauer, stellvertretende Vorsitzende Frauke Offele und ganz rechts Vorstandsmitglied Bernd Reinegger.
Bild und Text: Ulrich Krawutschke

Ettlingen. Intendantin Solvejg Bauer hatte es geheim gehalten, und so war Tobias Bialluch am Freitagabend auf der Bühne der Ettlinger Schlossfestspiele kurz vor der Aufführung der Oper „Der Freischütz“ völlig überrascht und fassungslos, als Frauke Offele vor gut besetzter Tribüne verkündete, dass ihm der mit 1.200 Euro dotierte „Förderpreis Junge Künstler“ der Freunde der Schlossfestspiele Ettlingen verliehen wurde.

Um die Überraschung zu garantieren, hatte Bauer beide Besetzungen der Oper auf die Bühne geholt. Bialluch war nicht nur der Beifall des ganzen Publikums sicher, auch seine Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne klatschten frenetisch.

Frauke Offele hatte dem Publikum erklärt, dass der Preis im 40. Jahr der „Freunde“ bereits zum vierten Mal verliehen wurde und sich ausschließlich aus zusätzlichen Spenden der Mitglieder finanziert. Eine vierköpfige Jury hatte zwei Vorstellungen des „Freischütz“ – mit beiden Besetzungen – besucht und danach ohne lange Diskussion einstimmig den Förderpreis dem Nachwuchssänger Tobias Bialluch aus Niedersachsen zuerkannt.

Als zweiter Jägerbursche Max habe er, so Offele, mit seinem facettenreichen und strahlenden Tenor begeistert und „in der Rolle des frustbeschwipsten, verzweifelten Max auch darstellerisch überzeugt“. Diese Meinung hätten nicht nur die Jury, sondern auch viele andere Festspielbesucher vertreten. Frauke Offele brachte dem Publikum den Werdegang des Preisträgers näher, dessen künstlerische Entwicklung als Jugendlicher an Schlagzeug und Klavier sowie beim Singen in einer Jazz-Combo begonnen hat. Nach dem Abitur habe er zunächst Medientechnik und Gartenbauwissenschaft studiert, parallel aber schon klassischen Gesangsunterricht genommen. Erst mit 25 Jahren begann er 2013 auf Empfehlung von Professor Thomas Quasthoff mit der akademischen Stimmausbildung und schloss seinen Bachelor-Studiengang an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover mit der besten Gesamtnote des Studienjahrgangs ab.

Derzeit absolviert der Ausgezeichnete dort ein Master-Studium im Opernbereich. In der niedersächsischen Kapitale habe er auch die Liebe zum Musiktheater entdeckt. Sein Credo lautet: Emotionen transportieren, indem man singt und spielt.

Der Freischütz – Bericht von der Premiere

Ein Ausrutscher und viel überschwängliche Freude
BNN 24.6.2023, Redaktion: Rainer Obert

Die romantische Oper „Der Freischütz“ trifft bei vielen Besuchern ins Schwarze, und bei der Premierenfeier gibt es große Emotionen

Ettlingen. Premieren sind immer besonders bei den Schlossfestspielen. Diese Freischütz-Aufführung wird in mehrerlei Hinsicht dem Ettlinger Publikum, der Crew um Intendantin Solvejg Bauer wie auch den Darstellern auf der Bühne länger in Erinnerung bleiben. Richtiggehend überschwänglich froh ist Ettlingens Rathauschef Johannes Arnold (Freie Wähler) bei der Premierenfeier im festlichen Asamsaal nach dem teils stehenden Schlussapplaus: „Ich finde, Ötigheim kann so langsam einpacken“, beendet er mit einem Blick zu den Volksschauspielen eine Lobeshymne auf alle, die zum „Freischütz“ ihren Teil beitrugen. Raunen und Beifall sind ihm sicher.

„Wir sind begeistert, was wir heute erlebt haben“, so Arnold. In der Feststellung liegt wohl auch etwas Erleichterung. Dass die „Kugel“ der Oper Freischütz beim Publikum ins Schwarze getroffen hat und dass sie trotz Dauerregens über die Bühne ging. „Es war schon stressig“, hatte die Intendantin kurz nach Schluss noch im Schlosshof eingeräumt – die sich schon zur Begrüßung auf der rutschigen Bühne fast unfreiwillig hingelegt hätte. Wie nach einer Geburt scheinen danach alle Schmerzen vergessen. Auch die von „Ännchen“ alias Hannah Beutler. „Ich bin sehr glücklich.“ Obgleich sie blaue Flecken davongetragen habe, als sie aus vollem Lauf ausrutschte und auf dem Hosenboden landete. „Nichts anmerken lassen, weiter machen. Mit guten Kollegen geht das.“

Schon in der Pause nach dem ersten Teil loben viele Zuschauer „die tollen Stimmen“, als es danach in die stimmungsvoll ausgestaltete Wolfsschlucht geht, ist man ohnehin in den Bann gezogen. Die Videoprojektionen auf die Schlossfassade machen die Illusion perfekt, lobt etwa Thomas Kuhnle.

Eigens aus Hannover angereist ist die Professorin für Sologesang, Marina Sandel, von der Musikhochschule Hannover. „Ich bin zufrieden mit ihm, hat er gut gemacht“, bewertet sie den Auftritt von Tobias Bialluch als Jägerbursche Max. Der junge Hauptdarsteller ist ihr Schüler – und strahlt entsprechend. „Qualitäts-Check bestanden.“ Auch bei der ausgelassenen Premierenfeier wird viel übers Wetter geredet. „Wir lagen in der Wolfsschlucht in Pfützen.“ Der Kommentar des bestens gelaunten Bürgerchor-Sängers Matthias Neumann verdeutlicht, wie alle zusammen der Nässe trotzten. „Es wurde viel geföhnt hinter der Bühne“, verdeutlicht Regieassistent Jonas Mangler. Der auch die Technik im Blick hatte. „Da kann jederzeit ein Kurzschluss passieren.“ Lob geben die Bürgerchor-Sängerinnen Marianne Nies und Beate Groß direkt an Bernard Bagger weiter, der beim Einstudieren richtig positiv fordere. „Alle waren voll dabei, und sie haben’s geschafft“, betont Bagger. Etwa 60 Stunden Probezeit seien investiert worden. „Das sind alles Leute, die Bock haben.“ Da sei er schon stolz.

Bejubelt wird die Ansprache von Intendantin Solvejg Bauer. „Es war ein unglaublicher Ritt heute Abend.“ Alle hätten an einem Strang gezogen. Die Geschichte von der Liebe, die alles überwindet, sei „gut von der Rampe gekommen“. Oft sei es in den Vorbereitungen „eng und stressig“. Sie empfinde „tiefste Dankbarkeit“. Baff sei sie, welch hohes künstlerisches Niveau erreicht werde. „Und jetzt tanzen, essen und trinken wir – ich glaube, das haben wir uns verdient.“

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